Taufkirchen 4 in der 5. Kreisligarunde zu Gast in Gmuden: Schnee von gestern?
Wir konnten mit einer vollen Mannschaft antreten, das macht schon einmal Vorfreude auf den Wettkampf. Rudi war mit Ewa selbst angereist, ebenso Leithinger Sylvia in ihrer alten Heimat: sie besuchte einst die Schule, in der nun wir Schachspieler zu Besuch sein durften. Unser Mannschaftsführer Ellerböck Heli kurvte sicher durch die schneeverwehte Heimat, pünktlich ging es zur Sache. Gmunden stellte ein recht junges Team, Trainer Haas Michael verfolgte interessiert den Wettkampfhergang.
Brett 1: Stark besetzt: Pohl Moritz durfte mit Weiß gegen Rudi Bittner spielen, an so einem Schneetag kann es schon einmal vorkommen, dass die Schwarzen nicht recht in die Spur finden: Bauer um Bauer ging verloren und damit leider letztlich auch der König: 1:0 für Gmunden.
Am Brett 6 war Sylvia gegen Aitzetmüller Elias mit den weißen Steinen glücklicher unterwegs, die beiden einigten sich schon recht bald auf ein im Hinblick auf die Zahlen erwartbares Remis: 1 1/2 : 1/2 für Gmunden.
Brett 2: Heli gegen Hutterer Valentin, nach Papierform ebenfalls ziemlich ausgeglichen. Recht interessant entwickelte sich eine offene Stellung, für Heli stellte sich die Frage: Was ist der Plan? Dabei passierte ein kleines Hoppala, blöd nur, dass es die Grundreihe betraf: Ups 2 1/2 : 0 1/2 für Gmunden - auf der Straße war Heli sicherer um das Mannschaftswohl bemüht. Am Brett tat er es eher dem Schleuderkönig nach, der draußen auf dem Parkplatz übte: Kurv, kurv, autsch.
Brett 4: Ebenfalls mit Weiß spielte Hans Martin sein erstes Spiel für TK4 in dieser Saison. Nur an diesem Brett herrschte ein klares ELO-Ungleichgewicht und mit konzentriertem Spiel konnte Hans das Spiel so lange im Gleichgewicht halten, bis Winkelbauer Leo eine Möglichkeit eröffnete, die sich Hans nicht entgehen ließ. Sicher den Punkt ins Ziel gewedelt, wir holen auf: Gmunden führte nur noch 2 1/2 : 1 1/2.
Brett 5: Praxl Daniel sammelte mit Weiß Erfahrung gegen Freilinger William. Beide Spieler befinden sich in der Aufwärtsphase ihrer Schachlaufbahn, und anfangs entwickelte sich die Stellung recht günstig für Gmunden: Raumvorteil Gmunden, dann aber die Frage, die schon am Brett 2 zu Problemen führte: Was ist der Plan? Am Brett fünf entwickelte sich das Kräftemessen aber eher in kleinen Schritten, langsam konnte William seinen Figuren etwas mehr Raum verschaffen, eroberte verlorenes Terrain zurück, und dann wurde es den weißen Steinen in der Grundreihe zu eng. Starke Bauern lösten eine Lawine aus, die schließlich siegbringend war. Ausgleich zum 2 1/2 :2 1/2.
Die längste Partie durfte ausnahmsweise ich am Brett 3 spielen, wiewohl es anfangs nicht danach aussah: Hauer Jakob gegen Kuran Wilfried Benedikt. Sylvia war nach ihrem frühen Remis schon bald aufgebrochen und hatte meine Stellung eher so in Erinnerung, dass sie überlegte, ob sie die Mattsetzung noch abwarten sollte. Weiß stand anfangs klar besser, um nicht zu sagen "klar auf Sieg". Irgendwie gelang es mir aber, die sofortige Exekution meines "armen schwarzen Katers" hinauszuzögern, nachdem ich gerade noch gesehen hatte: "Oh, das wird eng!" In höchster Not meinerseits begann eine Serie von Fehlern auf beiden Seiten, die nachträgliche Analyse zeigte einmal Weiß, dann wieder Schwarz, dann wieder Weiß im Vorteil. Da fanden wir beide nicht die besten Züge, aber irgendwie... "Nein, kein sofortiges Matt!" und "den hat er ja auch noch...!" Phönix aus der Asche spielte mit viel weniger Bauern, aber mit einem schönen schwarzfeldrigen schwarzen Läufer mehr, eroberte die Brettmitte, fand bei knapper werdender Bedenkzeit aber die Killerzüge, und nach dem 41. Zug gab sich der jüngere Schachspieler dem alten Hasen geschlagen. Trainer Michael wird seine Männer weiter trainieren, viel hat ja nicht gefehlt zu noch größerem Erfolg für Gmunden.
Somit endete der Wettkampf vor Ort in Gmunden 2 1/2 zu 3 1/2 für Taufkirchen 4. Wir haben wohl Tabellenplatz 6 gehalten, mehr aber auch nicht. Heli schleuderte uns vorsichtig und umsichtig nach Hause, bei der Nachbesprechnung im Waginger Stammquartier unterstützte uns Didi mit Ratschlägen und freute sich mit uns über den Taufkirchner Erfolg. Liebe Grüße und ein gutes Jahr 2026 wünscht Benedikt