Die Eröffnungen entscheiden das Landesliga-Duell mit Leonding
Bei frühlingshaften Temperaturen ging es für Taufkirchen I am 07.03.2026 zum Auswärtsspiel nach Leonding. Eigentlich ist in der ersten Landesliga nicht viel mehr los - Hörsching hat den Aufstieg schon sicher - aber wir sind natürlich trotzdem motiviert, unser Bestes zu geben und die Saison gut zu beenden. Das klappte gegen Leonding leider nur teilweise; wobei die Eröffnungen eine große Rolle spielten:
An Brett 6 kam Anton zu seinem zweiten Saisoneinsatz für Taufkirchen I und spielte mit Weiß gegen den gegnerischen Mannschaftsführer Alexander Klinkan (2038 FIDE). Gegen diesen brachte er eine gefährliche Sizilianisch-Nebenvariante aufs Brett, die er - natürlich - aus einem Chessable Kurs hat, die Website, die Eröffnungstraining in den letzten Jahren maßgeblich geprägt hat. Auch hier zahlte sich dies sofort aus, da der Gegner nach mehreren strategischen Fehlern bereits extrem früh total auf Verlust stand, sodass Anton ohne größere Probleme seinen zweiten Sieg im zweiten Spiel für Taufkirchens Erste einfahren konnte. Definitiv eine Empfehlung für mehr Einsätze.
Die exakt gegenteilige Erfahrung machte Michel auf Brett 4 gegen Modric - nicht den kroatischen Weltfußballer, sondern einen starken Serben (2126 FIDE). Mit Schwarz musste Michel gegen eine Fianchetto-Variante der Alapin-Eröffnung antreten, welche in den letzten Jahren sehr beliebt geworden ist, seit sie Deutschlands IM Sielecki in seinem 1.e4-Repertoire auf - natürlich - chessable empfohlen hat. Neben Schwierigkeiten, die Damenseite zu entwickeln, ging dann auch eine Qualität verloren und trotz starkem Widerstand schaffte Weiß es irgendwann, durch Matt den vollen Punkt zu holen.
Auch bei Joachim an Brett 5 gab es Schwierigkeiten in der Eröffnung, welche recht schnell einen Bauernverlust zur Folge hatten. Sein selbstbewusst blitzender Gegner Harald Winkler (2059 FIDE) ratterte die Figuren vom Brett und konnte problemlos das Damenendspiel verwerten.
Weniger Schwierigkeiten hatte Didi, der sich sehr schnell mit FM Thomas Hebesberger (2243 FIDE) auf ein Remis verständigte.
Einen vierten Sizilianer bekam Philipp auf Brett 4, welcher seinen inneren Siegfried gegen die Drachen-Eröffnung des Gegners kanalisierte. Der Drache konnte letztendlich auch erlegt werden, aber nur, weil der Gegner erst einen weißen Zug und dann zwei Möglichkeiten für Schwarz übersah, die Partie noch in der Balance zu halten. Ein ziemlich glücklicher Sieg insgesamt.
Die längste Partie gab es an Brett 1, wo Sebastian Testor schnell erst eine angenehme Isolani-Stellung und dann einen extra Bauer gegen NM Ernst Schüller (2141 FIDE) herausspielen konnte. Der Gegner schaffte es jedoch rasch, viele Bauern zu tauschen, sodass am Ende nur ein Remis drin war. Ziemlich lehrreiches Beispiel dafür, wie man schlechte Endspiele verteidigen kann.
Das macht insgesamt ein halbwegs gerechtes 3-3 Unentschieden gegen Leonding. Wenn es nächste Saison wieder um etwas geht, wäre trotzdem das Ziel, dann wieder einen Mannschaftssieg zu holen. In zwei Wochen gibt es den vorletzten Spieltag und das Spitzenduell mit dem einsamen Spitzenreiter Hörsching, welche uns dann mal zeigen können, ob sie den Aufstieg in die zweite Bundesliga Mitte auch wirklich verdient haben.