Spannende Schlussrunde in der ersten Landesliga
Am Samstag, den 12.04., fand beim sicheren Meister Hörsching die Schlussrunde für alle Teams der ersten Landesliga statt. Für uns ging es in dem Duell mit St. Valentin II theoretisch um nichts mehr, aber gewinnen wollen wir natürlich immer. Bemerkenswert war, dass von der Mannschaft, welche letzte Saison aus der zweiten Bundesliga Mitte abgestiegen ist und Taufkirchen jahrelang geprägt hat, zum ersten Mal diese Saison niemand mehr in der Aufstellung stand. Insbesondere war Didi zwar vor Ort, aber nur als Schiedsrichter und Fotograph im Einsatz ("non-playing captain"). Stattdessen traten wir mit einer außergewöhnlich jungen Mannschaft an - Thorsten war der Einzige über 30. Dass Alter und Erfahrung im Schach aber nur bedingt eine Rolle spielen, zeigten dann die Partien:
Relativ friedlich war das Generationenduell an Brett 3 zwischen Joachim und FM und Meister-Fotograph Peter Kranzl (2107 FIDE). Joachim schaffte das Kunststück, eine Königsindisch-Zugumstellung aus der Caro-Kann Eröffnung zu erreichen, jedoch wurde recht schnell alles in ein total ausgeglichenes Endspiel liquidiert. Ähnlich unspektakulär verlief Antons Partie an Brett 6, welcher ebenfalls ein kaum gefährdetes Remis erreichte.
Ein echtes Generationenduell gab es aber an den Brettern 4 und 5, wo Thorsten und Liam gegen die Top-Talente von St. Valentin antreten durften - die erst 14-jährigen CM Thomas Jakob Kim (2252 FIDE) und Noah Pleimer (2208 FIDE). Thorsten geriet schnell mit Schwarz in eine schwierige Französisch-Verteidigungsstellung und war lange nah dran am Ausgleich, am Ende erlag der schwarze König jedoch seinen Wunden. Liam daneben hatte bereits früh große Probleme, gegen die sehr aktive Grünfeld-Verteidigung des Gegners aus einer eigentlich recht harmlos aussehenden Position überhaupt alle Figuren rauszubekommen. In beiden Fällen ging der Punkt an St. Valentin, denen man nur zu ihrer starken Jugendabteilung gratulieren kann.
Hart umkämpft waren die Spitzenbretter: Philipp wurde mit den schwarzen Steinen früh vom aggressiven "Wing Gambit" seines erfahrenen Gegners Klaus Theuretzbacher (2169 FIDE) attackiert, kam aus den Verwicklungen jedoch mit einer vielversprechenden Angriffsstellung heraus. Den Sieg hätte dann ein relativ simpler Turm-Lift (Rf6-Rh6) gebracht, der leider übersehen wurde, sodass der bemerkenswert einfallsreich spielende Gegner die Partie in der Zeitnot-Phase dann sogar noch drehen konnte.
Noch wilder ging es an Brett 1 zwischen Michel und Joachim Dornauer (2110 FIDE) zu. Michel dachte sich auf Zug 11 einer normalen Theorie-Stellung, dass man ja mal 30 Minuten nachdenken und dann eine Figur opfern könnte. Objektiv gab dies den weißen Vorteil her, praktisch verwirrte es den Gegner jedoch genug, dass Michel wenige Züge später total auf Gewinn stand. Ebenfalls aufgrund der erheblichen Zeitnot kam dann aber nur ein ausgeglichenes Endspiel bei raus, in welchem wie durch ein Wunder erst Michels Bauern auf der Damenseite alle taktisch irgendwie überlebten und der Gegner trotz seines erheblichen Zeitvorsprungs dann sogar auf Zeit verlor. Der einzige Sieg des Tages für uns, welcher die Begegnung mit einer hohen und überwiegend verdienten 2-4 Niederlage abschloss.
Kuriose Randnote zu den anderen Partien: Grieskirchen war vor der letzten Runde bereits sicher abgestiegen und verlor das letzte Spiel auch mit 5,5 - 0,5 gegen Leonding; dies hielt jedoch Routiner Alois Schwabeneder nicht davon ab, gegen den meilenweit Elo-überlegenen IM Christian Weiß (2349 FIDE!) die Dame zu gewinnen! Wie durch ein Wunder konnte sich Schwarz jedoch mit seinen Leichtfiguren hinten einbunkern und genug Widerstand leisten, dass die Partie statt in einem sensationellen Sieg nur in einem semi-sensationellen Unentschieden endete.
Dies komplettiert dann die Saison 2025/2026 für uns. Am Ende steht ein passabler fünfter Platz nach einer Saison mit vielen Ausfällen und Aufstellungsexperimenten. Das Ziel wird es aber sein, nächste Saison wieder um den Aufstieg mitzuspielen und in den Duellen mit St. Valentin II, Leonding und Freistadt gut mithalten zu können - im Herbst geht es wieder los.