Zur großen Zufriedenheit von Mannschaftsführer Michel konnte am zweiten Spieltag das Heimspiel gegen Sternstein souverän gewonnen und die weiße Weste gewahrt werden. Nachdem Sternstein am ersten Spieltag bei einem Heimspiel (!) nur zu Dritt gespielt hatte, waren wir schon etwas in Sorge, aber glücklicherweise waren alle Bretter besetzt. Die Partien liefen auch alles andere als einseitig:
Zunächst remisierte Didi problemlos gegen den stärksten Spieler der Gegner, CM Mario Hofstadler (2144 FIDE) und konnte seine Zeit dann entspannt mit kibitzen und fotographieren verbringen. Ebenfalls recht schnell war Michel fertig, was vor allem daran lag, dass sein Gegner nicht aufhörte, mit Weiß sehr schnell Züge zu spielen, und letztendlich mit einer Stunde mehr und drei Figuren weniger aufgeben musste - für die erste Landesliga eine eher sonderbare Partie.
Die restlichen vier Bretter waren ziemlich umkämpft mit recht identischen Verläufen: An Brett 1 kam zur Freude der gesamten Mannschaft FM Dominic Wisnet zu seinem Saisondebüt, hatte aber sowohl mit seinem Gegner Andreas Tauber (2058 FIDE) als auch mit der Eröffnung und der Uhr arg zu kämpfen. Erleichterung trat erst ein, als ein Endspiel mit einem Bauer weniger erreicht wurde, da dies dann relativ mühelos gewonnen werden konnte - der Unterschied ist immer im Endspiel.
Ebenfalls wenig Zeit und keine glorreiche Stellung aus der Eröffnung hatte Joachim an Brett 5, dort konnte die Partie allerdings dank einiger toller taktischer Schläge im Mittelspiel gewonnen werden. Noch krasser war es an Brett 6, wo Josef Lang mit Weiß aus der Eröffnung einen ganzen Turm weniger hatte, die Partie aber ebenfalls noch drehen konnte! Am anschließenden Sonntag steuerte er dann übrigens für Passau den entscheidenden Sieg bei und bewies dort einmal mehr, dass er der absolute Meister im Gewinnen schlechter Stellungen ist.
Mit Dominic die längste Partie hatte Philipp an Brett 3, welcher mit Weiß sehr motiviert war, seinen Gegner Robert Ganglberger (2017 FIDE) zu schlagen, nachdem letzte Saison nur ein Remis drin war. Schwarz wagte in der skandinavischen Eröffnung eine sehr riskante lange Rochade und stand dann praktisch das ganze Mittelspiel auf Matt, konnte sich aber irgendwie in ein Schwerfigurenendspiel mit zwei Bauern mehr retten, in welchem dann letztendlich Weiß derjenige war, der sich mit der Zug-Wiederholung glücklich schätzen konnte.
Damit steht im Ergebnis ein souveräner 5-1 Heimsieg gegen die sympathischen Gegner aus Sternstein. Damit übernehmen wir sogar die Tabellenführung in der ersten Landesliga (1/2 Punkt vor Freistadt) - so muss es weitergehen.