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Plus-City Grand Prix 2026
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Plus-City Grand Prix 2026

Auch dieses Jahr findet wieder das vier-tägige Speed Chess Event in Linz statt, und auch dieses Jahr sind wieder viele Spieler von Taufkirchen vor Ort. Das Turnier darf man kaum verpassen - Dutzende Großmeister, viele Preisgelder und Verlosungen und insgesamt vier Tage Spaß am Schach. Von den Top-Spielern sind dieses Jahr gefühlt etwas weniger vor Ort als letztes Jahr, trotzdem sind einige sehr spannende Elite-Spieler dabei, denen man gut zuschauen kann (Parham, Tabatabaei, Daniel Dardha, Pranav V, Warmerdam). Im Blitz wird auch der bekannte Streamer und Speed-Spezialist Jose Eduardo Martinez Alcantara ("Jospem") einsteigen. Auch spannend ist die Anwesenheit des jungen Ukrainers Roman Dehtiarov, welcher letztens als IM (!) Europameister vor vielen 2600 Großmeistern wurde - das Turnier ist für Spieler aus der ganzen Welt interessant.

Tag 1: Einzel Rapid

Das Einzel-Rapid spielten von uns Michel, Philipp, Anton, Liam und Thorsten. Zusätzlich war auch noch Didi als Schiedsrichter vor Ort.

Die meisten Punkte konnte Michel mit 5/9 holen: Der Start war dabei eigentlich sehr shaky, da er gegen einen unbewerteten (!) Spieler ein Endspiel mit einem Bauer weniger bekam, welches dann aber souverän gewonnen werden konnte - das Endspiel ist immer der Unterschied in Klasse. Danach drehte er aber auf und konnte seine gute Form der letzten Wochen beibehalten: Die Highlights waren ein toller Sieg mit Weiß im Kalashnikov gegen den Chilenen Frano Merino (2238 FIDE) und eine knappe Niederlage trotz herausragender Defense mit wenig Zeit gegen GM Solovnichenko sowie ein interner Sieg gegen Liam in der letzten Runde.

Anton konnte mit 4,5/9 (also 50%) auch sehr überzeugen. Insgesamt war er ziemlich in der Schweizer Schaukel gefangen (Sieg gegen Schwächere, Niederlage gegen Stärkere), aber zumindest ein Remis gegen Dino Hajderevic (2168 FIDE) sprang heraus.

Ebenfalls 4,5/9 holte Philipp, der mit einem Sieg gegen IM Reprintsev (2288 FIDE) furios loslegte, dann aber knapp gegen die junge Polin IM Maltsevskaya (2390 FIDE) verlor: Die Gegnerin bot in einer sehr komplizierten Stellung den Damentausch an, welchen Philipp ablehnte und fünf Züge später aufgab - nach der Partie zeigte Michel sofort und zutreffend an, dass das Endspiel nahezu gewonnen gewesen wäre. Danach ging leider etwas die Puste aus, so wurde gegen WGM Julia Movsesian (2203 FIDE) eine Gewinnstellung verloren und gegen CM Patrick Gelbenegger und den jungen CM Thomas Kim jeweils in deutlich besseren Stellungen Remis genommen.

Thorsten holte ebenso wie Anton und Philipp auch 4,5/9, war aber sehr unzufrieden, da er nur einen Gegner über 1800 Rapid Elo (die zugegeben meistens nicht besonders accurate ist) bekam.

Liam hatte mit 4/9 auch sehr mit der Schweizer Schaukel zu kämpfen und schaffte das Kunststück, gleich drei Siege gegen unbewertete Gegner eintüten zu müssen. 

Den Turniersieg sicherte sich "buddy" Pranav V aus Indien mit sehr starken 8,5/9.

Tag 2: Einzel Blitz

Am Freitag gab es dann 13 Runden 3+2 Blitz. Auch hier konnte Michel mit 7,5/13 die meisten Punkte einfahren: Bereits in der ersten Runde durfte er ganz vorne gegen Amin Tabatabaei (2714 FIDE!) spielen und stand sogar kurzzeitig auf Gewinn, musste sich aber letztlich geschlagen geben. Anschließend startete er aber einen starken run und konnte beispielsweise trotz einiger unfreiwilliger Königswürfe WGM Petra Papp (2275 FIDE) im Springer-Endspiel schlagen. Die starke Performance war sicher auch durch den support vor Ort bedingt.

Philipp hatte extrem mit der Schweizer Schaukel zu kämpfen - die Schwächeren wurden alle geschlagen, aber gegen die Stärkeren wurden selbst klare Gewinnstellungen auf teilweise haarsträubende Art und Weise vermasselt. Der einzige positive Erfolg war ein Sieg mit Schwarz gegen den sehr sympathischen Organisator vom jährlichen Schwarzach-Sonnenterrassen-Turnier, Juro Ljubic (2158 FIDE), sodass am Ende wenig erfreuliche 7/13 Punkte stehen.

Ebenfalls 7/13, aber mit einer deutlich besseren Leistung holte Anton, welcher unter anderem starke Siege gegen CM Mario Hofstadler (2135 FIDE) und CM Jozsef Herpai (2209 FIDE) einfahren konnte. Auch durfte er in der ersten Runde ganz vorne Erfahrungspunkte gegen den bekannten Österreicher GM Felix Blohberger (2548 FIDE) sammeln.

Dicht gefolgt wurde er mit 6,5/13 Punkten von Liam, welcher ebenfalls ein starkes Blitz Turnier hatte und unter anderem in den Runden 11 & 12 nochmal stärkere Gegner schlagen konnte. Ein kleines Highlight war auch der Sieg im internen Duell mit Taufkirchens Wolfgang Linhart - der Mannschaftsführer von Passau I - welcher spontan mitspielte, mit 6/13 Punkten aber vermutlich nicht zufrieden war.

Noch dahinter landete Thorsten mit 5,5/13, der erstmal extrem stark loslegte und Österreichs GM Diermair (2441 FIDE) ein Remis abtrotzte und kurz danach noch einen FM bezwang. Auch konnte er in der dritten Runde die Künste von Russlands jungem IM Averin (16 Jahre, 2416 FIDE) bewundern. Danach war jedoch irgendwie die Luft raus und erst am Ende wurde gegen einige Schwächere wieder gepunktet.

Den Turniersieg holte sich überraschenderweise Polens GM Gumularz mit 11/13 Punkten vor einigen deutlich stärkeren Großmeistern. Beispielsweise die Favoriten Jospem, Parham und Tabatabaei mussten sich mit den Plätzen 3, 5 und 9 begnügen, während der Sieger vom Vortag, Pranav V, mit Platz 40 und 8,5/13 eher enttäuschte. Erwähnenswert ist auch der sensationelle run von Österreichs jungem FM Peter Balint, welcher zwischendurch mit den GMs Benjamin Bok, Rodshtein und Daniel Dardha gleich drei Schwergewichte der 2600-Klasse bezwang und mit 8/9 ganz vorne dabei war, dann aber die letzten vier Runden verlor. 

Morgen (Samstag) geht es mit dem Team-Blitz und einigen weiteren Taufkirchen Spielern weiter.

Tag 3: Team Blitz

Wie bereits angekündigt erhielt unsere Abordnung vor Ort deutlich Verstärkung: Taufkirchens Team bestand aus Christoph Maier, Simon Reitinger, Thorsten und Dave; also gleich drei Neue auf einmal. Michel, Philipp, Joachim, Liam und Anton trieben sich derweil in anderen Mannschaften herum.

Wie die letzten Jahre auch lief es für unsere Mannschaft jedoch nicht besonders gut - irgendwie sind wir als Team in der PlusCity verflucht, auch die letzten Jahre konnten wir nie unsere Leistung abrufen, egal in welcher Besetzung. Taufkirchen startete an 53 und verschlechterte sich um ganze 16 Plätze auf Platz 69. Dies lag zwar nicht an Christoph an Brett 1, welcher mit zwei beachtlichen Remis gegen den aufstrebenden ukrainischen GM Samunenkov (2595 FIDE!) und Routiner IM Christian Weiß (2351 FIDE) startete und insgesamt mit 9/13 Punkten an Brett 1 einen wirkliche klasse Score ablieferte. Auch für Thorsten an Brett 3 lief es mit soliden 50% (6,5/13 Punkten) ganz okay, wohingegen Simon und Dave euren Berichterstatter dazu drängten, über ihre Partien den Schleier des Vergessens zu legen.

Für die "Verräter" in den anderen Teams lief es aber besser: Michels Team "Eröffnungsdisaster" verschlechterte sich zwar ebenfalls um zwei Plätze (44 auf 46), Michel lieferte jedoch erneut eine relativ starke Performance ab und holte wie Christoph 9/13, wenn auch an Brett 3, sodass er überwiegend nur Schwächere abfertigen durfte. Insgesamt trotzdem drei super Tage für Michel, der einiges an Speed Chess Rating dazugewinnen konnte.

Liam trat im Team "Die Raben" an, welche auch als Team gut abschnitten und sich von 71 auf 53 um fast 20 Plätze verbessern konnten, wozu Liam an Brett 2 mit 6/13 auch gut beisteuern konnte. Sein Team gewann dadurch sogar einen Kategorie-Preis - Glückwunsch!

Philipp trat mit seinen Freunden Moritz und Lukas Stöttner (mittlerweile beide längst über 2300) im Team "Chess Mafia" an und scorte 7,5/13 Punkte an Brett 4. Auch die Team-Leistung war mit einer Startplatzverbesserung um zwei Plätze zumindest in Ordnung. Ein positives Highlight war der Sieg von unserem Brett 3 Pascal gegen den formstarken FM Peter Balint (2420 FIDE), welcher am Vortag eine herausragend gute Leistung im Einzel-Blitz ablieferte; ein negatives Highlight hingegen die Partie von Moritz gegen GM Pavel Tregubov (2543 FIDE), da er in einer haushoch gewonnenen Stellung Grundreihen-Matt einstellte - in Blitz kann eben alles passieren.

Damit bleibt noch Anton, welcher an Brett 3 in dem sehr jungen Team "Knightmare" ebenfalls 7,5/13 Punkte holte und damit dazu beitrug, dass sich sein Team um vier Plätze auf Rang 48 verbessern konnte. Dank K-Faktor 40 gewann er dadurch fast 100 Blitz-Elo Punkte!

Insgesamt also wie immer Licht und Schatten und tolle Blitz-Performances von Christoph und Michel mit jeweils 9/13. Den Turniersieg sicherte sich nicht sonderlich überraschend der ASV Linz mit vier sehr starken Großmeistern - jemanden wie Amin Tabatabaei (2714 FIDE) an Brett 3 aufstellen zu können, ist ein ziemlicher Luxus. Ob er wohl auch gerne mal für Taufkirchen spielen wollen würde?

Tag 4: Team Rapid

Am Sonntag gab es dann noch das Team-Rapid - nach zwei Tagen und (mindestens) 26x hektischen Blitz-Partien fühlte es sich sehr gut an, wieder etwas ruhigeres und normaleres Schach spielen zu können.

Auch am Sonntag hatte Taufkirchens Team aber zu kämpfen. Die Aufstellung für diesen Tag lautete Joachim, Josef Lang, Thorsten und Dave und am Ende kam eine leichte Startrangverbesserung von zwei Rängen (48 auf 46) bei heraus. Top-Scorer war in Christophs Abwesenheit nunmehr Thorsten mit starken 6/9 Punkten, am meisten Rapid-Elo konnte jedoch Dave mit 5,5/9 Punkten gewinnen.

Ähnlich gut lief es für Liam, welcher erneut für "die Raben" antrat und mit sehr starken 6/9 Punkten an Brett 4 maßgeblich zu einer Startplatzverbesserung von unglaublichen 23 Rängen (von 70 auf 47) beitragen konnte. Ähnlich wie Anton am Vortrag gewann er fast 100 Elo-Punkte dazu. Speaking of Anton, dieser war zwischen den Events ebenfalls zu den Raben gewechselt, hatte nach drei super Tagen am Sonntag an Brett 2 jedoch etwas zu kämpfen. 

Da Michel am Sonntag für die Uni lernen musste und Didi weiterhin nur als seriöser Schiedsrichter für die vorderen Bretter tätig war, war Taufkirchen am Sonntag nur in drei Teams vertreten, da Philipp erneut für die Mafia agierte. Nach drei eher durchwachsenen Tagen gelang es am Sonntag endlich wieder, Stärkere souverän zu schlagen, sodass am Ende sehr überzeugende 7/9 Punkte an Brett 4 zu Buche standen. Es wäre auch etwas mehr drin gewesen, da die beiden Niederlagen aus Gewinnstellungen waren. Die Siege gegen FM Julian Leitgeb und FM Peter Sadilek (2317 FIDE) können sich aber sehen lassen. Für den Rest des Teams lief es leider nicht so gut - z.B. verlor Moritz eine totale Gewinnstellung gegen GM Stefanova, als diese schon fast nichts mehr ziehen konnte. Lukas hingegen schaffte das Kunststück, gegen den ukrainischen FM Oleksandr Yurovskykh (2326 FIDE) einen illegalen Zug zu machen - Didi musste kurz aushelfen - und trotzdem relativ easy zu gewinnen. Als Team holten wir 10/18 Mannschaftspunkten und konnten uns um sieben Plätze auf Endrang 24 verbessern. So wirklich zufrieden war jedoch mit den Leistungen über die vier Tage gesehen keiner.

Kuriose Randnote: Die Gegner in der letzten Runde nahmen Antoß an unserem semi-kriminellen Teamnamen und boten uns an, das Preisgeld aufzuteilen, wenn wir absichtlich 0-4 verlieren und sie dadurch einen Kategorie-Preis gewinnen. Da bei uns aber Sportsgeist im Vordergrund steht, gewannen wir kurzerhand 4-0 und zerstörten damit sämtliche Preisgelder-Träume der Gegner. Fairness im Wettkampf über alles!

Ganz vorne gab es wie letztes Jahr eine ziemliche Überraschung, da das Team "Polish Power" mit 18/18 Mannschaftspunkten keine Gnade zeigte und jedes einzelne Match für sich entscheiden konnte - gleich drei Bretter holten 7,5/9 Punkten. Dies reichte locker für den Turniersieg vor den favorisierten Team aus Linz (vierter Platz) und dem Star-Team "The Boys" (Jospem, Bok, Dardha, Warmerdam), welches mit Platz 7 ziemlich enttäuschte. Insbesondere der chilenische Streamer, welcher letztes Jahr noch die Nummer #4 der Welt Nodirbek Abdusattarov aus dem World Cup eliminieren konnte, hatte kein gutes Event und kam am Samstag sogar erst zur dritten Runde - Turniere in Europa sind möglicherweise härter als Turniere in Südamerika.

Fazit: Erneut super spaßige vier Tage mit tollen Partien und Erlebnissen, auch wenn bei Taufkirchens Mannschaftsleistungen wie die letzten Jahre deutlich Luft nach Oben war. Die Organisation lief dieses Jahr unter der Leistung von FIDEs Hauptschiedsrichter reibungslos ab, nur am letzten Tag begann die Runde einiger Verspätung. Daher: Spielt nächstes Jahr alle wieder mit!