Wenn sich die Schachgemeinde zu einem Turnier versammelt, dann geht es um mehr als Punkte und Partien. Das Alois Schuh Gedenkturnier in St. Valentin ist so ein Turnier. Ein Treffpunkt für Spielerinnen und Spieler, die das Schach lieben und dabei auch alte Bekannte wiedersehen möchten. 75 Teilnehmer fanden in diesem Jahr den Weg nach St. Valentin, was für sich schon spricht: Diese Veranstaltung hat Strahlkraft weit über die Region hinaus.
Für den SK Taufkirchen/Pram machten sich diesmal zwei Akteure auf den Weg: Anton Rüscher und der Verfasser dieser Zeilen, Didi Hiermann, mit unterschiedlichem Gepäck im Rücken, wie sich herausstellen sollte.
St. Valentin empfing uns mit der gewohnt herzlichen Atmosphäre, die solchen Gedenkturnieren eigen ist. Die Wiedersehensfreude mit befreundeten Spielern aus anderen Vereinen ist bei derartigen Veranstaltungen kaum zu überschätzen, das Schach bildet hier den schönen Rahmen für einen gesellschaftlichen Austausch, der im Alltag oft zu kurz kommt. Man plaudert, analysiert Partien der letzten Monate, tauscht Vereinsneuigkeiten aus und stellt fest, dass die Schachfamilie trotz allem Wettbewerb eine warme Gemeinschaft ist.
Sportlich verlief das Turnier für die beiden Taufkirchner dann doch recht unterschiedlich um es diplomatisch zu formulieren.
Anton Rüscher zeigte eine starke Leistung und bewies einmal mehr, dass er in guter Form ist, wenn es darauf ankommt. Am Ende des Turniers durfte er gleich doppelt jubeln: Ein Geldpreis und ein Pokal wanderten mit ihm nach Hause. Herzlichen Glückwunsch, Anton du hast die Fahne Taufkirchens in St. Valentin würdig hochgehalten!
Und dann wäre da noch der Berichterstatter selbst. Didi Hiermann, erfahrener Schachspieler, langjähriges Vereinsmitglied und in dieser Woche lebendiger Beweis dafür, dass Erfahrung und Turniererfolg nicht zwingend Hand in Hand gehen müssen. Die eigene Leistung war, man möge es nachsehen, eher bescheiden. Das Schicksal der Figuren auf dem Brett war in mehreren Partien eines, das man lieber nicht in aller Öffentlichkeit rekonstruiert. Die Bauern standen seltsam, die Läufer fanden keine Diagonale, und die Ideen, die zuhause noch so überzeugend gewirkt hatten, lösten sich am Turniertisch in philosophische Grübeleien auf ohne praktischen Nutzen.
Immerhin: Der gesellschaftliche Teil des Turniers verlief tadellos. Die Gespräche mit Freunden und Bekannten waren anregend, die Stimmung gut, und wer am Ende des Tages das Turnier etwas eher im Kopf abhakt als erhofft, hat dafür umso mehr Zeit für eben diese Gespräche. Man könnte es als strategische Ressourcenumverteilung betrachten.
Unterm Strich war das Alois Schuh Gedenkturnier das, was ein gutes Schachturnier sein soll: gut organisiert, von freundschaftlichem Geist getragen und sportlich herausfordernd, für manche mehr als für andere. Der SK Taufkirchen/Pram kehrt mit einem Pokal, einem Geldpreis und einer gesunden Portion Motivation im Gepäck zurück. Für Anton Rüscher der verdiente Lohn einer starken Leistung. Für Didi Hiermann ein freundlicher Wink des Schicksals, dass das nächste Turnier wieder eine neue Chance bietet und das Schach bekanntlich immer ein Remis anbietet, solange man bereit ist, weiterzuspielen.
Danke nach St. Valentin für einen schönen Tag im Zeichen des Schachs und des Angedenkens an Alois Schuh.
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