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Spilimbergo Open 2026
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Spilimbergo Open 2026

 Während Didi gerade aus Portugal zurück nach Hause fliegt - unbedingt den Bericht lesen! - startet parallel wieder das internationale Open in Spilimbergo. Eigentlich ist alles wie vor zwei Jahren: Von Taufkirchen spielt Simon Eder im U2000 B-Turnier, während Philipp mit seinen Freunden Moritz und Lukas Stöttner im 2000+ Masters antritt. Letztes Mal lief es sehr erfolgreich, also hoffen wir, das wiederholen zu können. Das B-Turnier mit Simon startet leider erst am Dienstag, daher wird es die ersten Tage nur News aus dem Masters geben.

Samstag, Runde 1:

Genau wie Didi in Portugal bekam Philipp in der mit einer Stunde Verspätung startenden ersten Runde einen echten Großmeister serviert, den italienischen Veteran Michele Godena (2446 FIDE). Die Eröffnung lief noch in Ordnung, aber danach wurde es eine dieser Partien, in welcher einen langsam das Gefühl beschleicht, dass der Gegner mehr Ahnung von Schach hat! Es wurde dann zwar ein ziemlicher time-scramble und der Altmeister wurde auf sieben Sekunden runtergebracht, konnte am Ende aber mit einigen coolen Taktiken den ganzen Punkt einstreichen. Sehr coole Erfahrung gegen einen beeindruckend starken Gegner.

Auch für den Rest von uns lief es nicht gut - Lukas verlor, Moritz' Gegner kam nicht und der Vierte im Bunde wurde von Belgiens Nummer 1 Daniel Dardha (2601 FIDE) geplättet. Moritz' Ergebnis wirft aber ein paar Fragen auf - üblicherweise findet vor der ersten Runde eine Anwesenheitsmeldung vor Ort statt, um genau solche Situationen in der ersten Runde zu vermeiden; es war aber nicht der einzige Fall. Ein seltener organisatorischer Fehler des normalerweise reibungslos ablaufenden Turnieres.

Sonntag, Runde 2:

Auch die zweite Runde brachte nicht viel Freude. Philipp hatte eine wahnsinnig schlechte Rauzer-Partie gegen die kolumbianische WFM Isabella Lopez Rayo (2020 FIDE) und hatte etwas Glück, dass ihn die Gegnerin in der Zeitnotschlacht mit einer Wiederholung davonkommen ließ. Lukas schaffte es meanwhile, ein gewonnenes Endspiel gegen einen jungen Italiener ins Remis zu verbaseln, während Moritz von Bulgariens jungem GM Petkov (2529 FIDE) zerstört wurde. Es kann nur aufwärts gehen!

Montag, Runde 3 & 4:

Am Montag gab es dann die einzige Doppelrunde im Masters, welche endlich den erhoffen Aufwärtstrend brachte. Philipp gewann am Vormittag eine vogelwilde Partie gegen einen Inder und schaffte es am Nachmittag sehr schnell, den jungen Italiener FM Niccolo Casadio (2336 FIDE) mit Schwarz ins Remis zu neutralisieren. Auch für den Rest lief es gut, insgesamt konnten wir als Zimmer 7/8 möglichen Punkten sammeln. Moritz hatte kurioserweise zwei Mal Schwarz und gewann beide Male mit exakt derselben Eröffnungsvariante; die Erste gegen eine Italienerin mit dem unwahrscheinlichen Namen WFM Kamilla Rubenshtein. Ganz vorne gab es ein spannendes Duell zwischen Deutschlands Olympia-Spieler GM Alexander Donchenko (2633 FIDE) und dem mit uns befreundetem IM Lars Goldbeck, in welchem sich der Großmeister im Endspiel durchsetzen konnte. Die Partien an den vorderen Brettern werden übrigens auch auf lichess übertragen.

Am Dienstag geht es dann im Masters mit der fünften Runde und sehr starken Gegnern weiter, während parallel die nur sieben-rundigen A- bis C-Turnier losgehen und mit Simon Eder der zweite Taufkirchner ins Turnier einsteigt.

Dienstag:

Bei gleichbleibend hohen Temperaturen in Spilimbergo bleibt der Erfolg weiterhin niedrig. Simon hatte zum Start ins Turnier ein relativ ereignisloses Remis, während unsere deutsche Truppe 0/4 holte. Philipp durfte gegen ein bekanntes Gesicht spielen, den jungen Österreicher FM Nico Marakovits (2312 FIDE), musste sich im Gegensatz zum letzten Mal aber geschlagen geben. Weiter vorne durfte Lukas gegen Armeniens Olympia-Spieler GM Manuel Petrosyan spielen (Peak Elo 2638 FIDE), bekam aber wie erwartet keine wirklichen Chancen. Das Zwischenfazit ist damit dasselbe wie am Sonntag - es kann nur aufwärts gehen.

Mittwoch:

Woran erkennt man, dass man ein starkes Turnier spielt? Ein gutes Indiz ist es, wenn man bei einem Score von -1 einen 2400er bekommt! In dem Sinne wurde Philipp in der sechsten Runde von einem IM mit dem sehr italienischem Namen Guido Cabrio (2408 FIDE) vernichtet. Bei Simon läuft es leider auch nicht besser, dieser verlor die zweite Runde und musste anschließend aus gesundheitlichen Gründen pausieren.

Am Abend gab es dann noch das Blitz Turnier. Dieses war ebenfalls sehr stark besetzt, begann aber leider mit erheblicher Verspätung - die Siegerehrung war dann erst spät in der Nacht gegen 01:30 Uhr zu Ende. Daher spielten wir auch nur die ersten sieben Runden und machten uns gegen Mitternacht auf den Weg nach Hause. Alleiniger Erster wurde final Daniel Dardha mit 9,5/11 Punkten, während Deutschlands Lars Goldbeck einen sehr respektablen zwölften Platz erzielen konnte.

Donnerstag:

Vom dritt-letzten Turniertag gibt es leider nicht viel zu berichten: Simon setzte die Runde aus und Philipp kam gegen einen sehr sicher spielenden 16-jährigen Italiener nicht über ein Remis hinaus. Immerhin Lukas hatte eine interessante Partie gegen einen spannenden Gegner, einen der möglichen Kandidaten für Indiens nächsten Großmeister, den 17-jährigen IM Imran Md (2503 FIDE), musste sich am Ende aber geschlagen geben. Viele Erfolgserlebnisse gibt es bisher nicht zu vermelden.

Freitag:

Das Turnier neigt sich dem Ende zu, und endlich gibt es wieder positive Neuigkeiten: Simon ist wieder gesund und erzielte bei der heutigen Doppelrunde im A-Turnier 1,5/2 Punkte. Insbesondere der Sieg am Nachmittag mit Schwarz im Holländer kam mit Ankündigung. Im Masters gab es die achte Runde, welche Philipp relativ problemlos gegen einen weiteren jungen Italiener gewinnen konnte. Kurios war vor allem Moritz' Partie, dessen amerikanischer Gegner mit immerhin knapp 2200 FIDE in einer Position mit einem Turm mehr Matt in Zwei einstellte - etwas, dass man normalerweise nicht in 2000+ Turnieren sieht. Damit erreichte unser Zimmer heute wieder 4/4 und wir hoffen, das Turnier morgen erfolgreich abzuschließen.

Samstag:

Am Samstag Vormittag gab es dann die letzte Runde. Simon gewann standesgemäß als Österreicher nochmal eine Wiener Partie, während Philipp mit mehr Glück als Verstand einen 15-jährigen Italiener bezwingen konnte. Damit endete Philipp mit 4,5/9 Punkten - einen halben mehr als vor zwei Jahren und punktgleich mit Lukas, der leider die letzte Runde verlor. Simon schloss das Turnier mit angesichts der Umstände sehr vernünftigen 3/5 ab.

Den Turniersieg im Masters sicherte sich wie beim Blitz Belgiens Daniel Dardha - kurioserweise schafften es sieben Spieler auf 7/9 Punkte, sodass am Ende die Feinwertung des Ausschlag gab.

Fazit: Sengende Hitze, hungrige Tigermücken, viele junge ambitionierte Gegner und keine Bonuszeit nach Zug 40 sind sicher nicht jedermanns Sache, aber eine sportliche Herausforderung und überwiegend gut organisiert ist es aber in jedem Fall. Eines dieser internationalen Turniere, welches einen wirklich fordert, aber trotzdem jedes Jahr wieder großen Spaß macht.