Am Samstag begann in Linz das Oberbank-Challenger-Open-2026, welches zugleich auch die Oberösterreichische Landesmeisterschaft darstellt. Taufkirchen ist gut vertreten. Folgende Spieler nehmen Teil:
- Wilfried Benedikt Kuran - Ergebnisse bei chess-results
- Thorsten Matthias - Ergebnisse bei chess-results
- Liam Matthias - Ergebnisse bei chess-results
Die Live-Partien findet ihr bei lichess am einfachsten über diesen LINK. Aber wer am Freitag bei der Schulung war, sollte die ja auch ohne Link finden. 😉
In Runde 1 spielten alle 3 Taufkirchner gemäß ihren Erwartungen. Leider war nur Thorsten in der oberen Hälfte gesetzt. Von Liams Partie liegen noch keine Details vor, doch dass sein Ergebnis erst spät gemeldet wurde, darf man wohl als gutes Zeichen deuten, er dürfte seinem Gegner ordentlich zugesetzt haben. Vielleicht liefern uns unsere Protagonisten im Laufe der Woche ja noch den einen oder anderen Kommentar zu ihren Partien.
Runde 2 geriet kurzerhand zu den Matthias-Festspielen: Liam bezwang WFM Chiara Polterauer, Thorsten setzte sich gegen CM Thomas Bauer durch. In beiden Fällen brachten die Gegner bzw. die Gegnerin deutlich mehr Elo mit an das Brett, beeindruckt hat das unsere beiden Helden aber offenbar herzlich wenig. Damit stehen die Taufkirchner in Summe bei 50%, angesichts der hohen Startnummern ein starkes Zwischenergebnis. Da darf man ruhig hoffen, dass noch einige Erfolge nachkommen. Thorstens Partie aus Runde 2 wurde übrigens live übertragen.
Runde 3 war eine sehr erfolglose Runde. Thorsten spielte gegen Daniel Kölber. Obwohl sein Gegner deutlich mehr Elo hatte kämpfte er bis ins Turmendspiel, jedoch gab es keinen halben Punkt mehr zu retten. Liam spielte ebenfalls gegen einen Gegner mit deutlich mehr Elo. Er versuchte zu sehr auf Vorteil zu spielen, vernachlässigte dadurch seine Entwicklung was ihm schlussendlich den Punkt gekostet hat. Leider konnte auch Kuran nicht mehr den Tag retten und somit werden wir hoffentlich in den kommenden Runden besser punkten.
In Runde 4 trat Thorsten gegen WIM Veronika Exler an. Die Partie war langezeit ausgeglichen in Zeitnot hatte Thorsten kurz die Möglichkeit auf Vorteil, nutzte sie aber nicht. Kurze Zeit später tauschte er zu einem ungünstigen Zeitpunkt Figuren, wodurch der gegnerische Freibauer zu stark wurde. Liam spielte in der Eröffnung einige ungenaue Züge was seinem Gegner erlaubte einen starken Königsangriff zu starten, welcher nicht zu verteidigen war. Kuran konnte in seiner Partie einen Sieg heimfahren und somit konnten wir zumindest einen Punkt an diesem Tag erzielen.
Runde 5 war die perfekte Runde für Taufkirchen. Wir konnten 3/3 Punkte erzielen. Thorsten konnte in einer komplizierten Stellung seine Spielstärke gegenüber Norbert Frühauf beweisen was ihm den Punkt sicherte. Liam spielte gegen Tymur Donets, welcher sehr schnell Angriff. Dieser Angriff kostete ihm einige Bauern weshalb Liam die Partie sauber verwerten konnte. Kuran konnte sich mit einigen Taktiken einen Materialvorteil erarbeiten, was schlussendlich reichte um zu gewinnen.
Runde 6: Thorsten konnte dank seiner Vorbereitung sich einen Vorteil aus der Eröffnung herausspielen. Er spielte die Partie sehr stark weiter und sein Gegner gab schließlich unter dem dauernden Druck nach und somit konnte Thorsten die Partie für sich entscheiden. Liams Partie war nach der Eröffnung lange ausgeglichen, jedoch öffnete sich dann die g-Linie wodurch Liam stark unter Druck geriet und die Partie nicht mehr zu retten war. Kuran durfte gegen Alois Schwabeneder antreten. Kuran kämpfte für einige Zeit konnte aber die Partei nicht mehr retten und somit musste er den Punkt abgeben.
Runde 7: Benedikt W. Kuran hatte sich am Freitag trotz der Niederlage gegen Schachfreund Alois weiterhin von der Turniersaalwand freigespielt, inhaltlich setzte er aber beim Spiel des Vortags fort: Schlappe gegen Zimmermann Curt. Liam machte es vier Bretter weiter hinten besser: Sieg gegen Lisch. Bravo! Thorsten war nicht ausgelost, denn er hatte am Freitag anderes zu tun, was ihm gut gelungen ist.
Runde 8: Am Samstag stattete uns Obmann Didi einen weiteren Besuch ab, leider brachte uns das kein Glück: Thorsten spielte an Brett 23 gegen Tudoroiu (StNr 36) glücklos, Liam spielte an Brett 28 gegen Mittermayr Gerhard (StNr 66) glücklos und ich /Benedikt W. durfte mich am Brett 50 gegen Savicic (StNr. 117) über mein Ungestüm in der Eröffnung ärgern. Einmal mehr ging es für mich nur darum, mich möglichst lange gegen die unvermeidliche Niederlage kreativ zur Wehr zu setzten... für Taufkirchen 0 aus 3 an diesem Tag.
Sonntag, 23. August 2026: Abschlussrunde 9 am Vormittag - ohne Obmann-Besuch, und wir waren alle drei um Wiedergutmachung bemüht: Auslosungsglück brachte uns dreimal Weiß, das war schon einmal ein guter Anfang.
Thorsten kämpfte an Brett 26 gegen Archan Elikya aus Wien (StNr 40): wie gewohnt verbrauchte er viel mehr seiner Bedenkzeit, allerdings lohnte sich diese Methode, gegen den 40. Zug hin baute er durch erkämpften Stellungsvorteil den Zeitnachteil wieder ab und konnte neuerlich einen starken Sieg einfahren. Bravo Thorsten! ENDERGEBNIS: Rang 41 für Startnummer 54, ELOPerf. mehr als 100 über der aktuellen Zahl!
Sohn Liam kämpfte an Brett 37 gegen Müller Max (StNr 51): wie gewohnt.... die Zeit... woher hat er das nur, aber auch er ließ sich Zeit, um so siegbringenden Vorteil aufs Brett zu bringen. In der knapp gewordenen Restzeit hatte er keine Mühe mehr mit der Verwertung. Sieg! Bravo, bravo Liam!! ENDERGEBNIS: Rang 69 für Starnummer 83, ELOPerf. knapp über seiner Interzahl. Angesichts der starken Gegner hat Liam ein sehr starkes Turnier gespielt. Das Training greift, der Trendpfeil zeigt klar nach oben!
Benedikt Wilfried Kuran: zum Glück durfte ich zum Schluss noch einmal mein Glück mit den Weißen Steinen suchen. Vorweg fragte ich Schachfreund Robert: "Du willst hoffentlich Schachspielen?!" "Klar!" Wir spielten also gleich am ersten Brett neben dem Eingang, die ersten acht Runden hatten uns an die Wand zurückversetzt. Sehr vorsichtig wurde Schritt um Schritt Steinchen für Steinchen verschoben, die Wertung blieb meist ganz nahe bei Null. Im 32. ein kleiner Schock: Spitzl Robert (StNr 107) bietet Remis! Die Stellung war ziemlich danach, "Fritz" gibt mir plus 0,6 - wenn ich das vielleicht in den nächsten 64 Zügen noch etwas ausbauen kann... - nix, da weiter: 40. Zug: Zeit überstanden, und schon plus 2,1 - na geht doch. Meine fünf verbliebenen Angriffsoffiziere visieren schon den schwarzen König an, aber .... verflixt, wie ist die Burg zu knacken? Für den 42. Zug verbrauche ich mehr als 50% meiner letzten 30 Minuten und finde ... Unklarheit, na super, Fritz sagt: hast eh noch plus 1 :-( Ja, ja, aber einen Zug später ist das Plus pfutsch. Im 44. spucke ich einen Bauern, opfere frustriert intuitiv "the ROOK" gegen einen Springer. Fritz ist begeistert: Plus 7! Aber ich hab ja auch nicht gewusst wieso. Es hätte im 46. "the only one" sein müssen, um am Drücker zu bleiben, mein Zug dagegen erspielte vorerst -1, o weh. Nur noch 5 Restminuten und Chaos am Brett, Robert hatte noch 22 Minuten zur Verfügung nachdem seine Erwiderung im 46. Fritz aufjubeln lässt: 0,00! Aber wir beide sind ja keine Schachcomputer. 47. Notzug: Einsteller, -4,5, 48. Zug: -5, eh schon wurscht. 48. Antwort: oha, ich seh einen Hoffnungsfunken (aber -3,5 - ist wohl Wunschdenken). 49. ... wie gesagt -3,5 aber jetzt hätte Robert den einzigen finden müssen, der war's nicht. (Fritz: 0,00 :-) ) Mein 50. war einfach, aber eigentlich nur für Remis ausreichend. Robert wankt: sein 50 hätte sitzen müssen, um das Remis zu halten, aber... er ließ mir die Chance auf Matt in 2, und noch dazu einfach zu finden. Ich hoffe, dass ich euch mit diesem "Drama" vom Brett 49 nicht gelangweilt habe. ENDERGEBNIS: Rang 103 für Startnummer 97 - somit habe ich mein Ziel knapp verfehlt, wollte ich doch unter 101 kommen... ELOPerf: grottenschlecht, aber für die Innviertler aufgewärmt. Ich werde mein Training fortsetzen. Hoffentlich sehen wir uns am nächsten Wochenende in Taufkirchen! Liebe Grüße Benedikt
PS: Staatsmeister wurde GM Dominik Horvath vor IM Laurenz Borrmann - beide je 6 1/2 aus 9. Herzliche Gratulation! Das Oberbank-Challenger-Open 2026 gewann IM Ruben G. Köllner mit beeindruckenden 7 1/2 Punkten vor IM Jakob Postlmayer, FM Florentin Stickler und FM David Schernthaner mit je 7 Punkten. Auch diesen erfolgreichen Wettkämpfern gratulieren wir. Herzlichen Dank an das souveräne Team um ÖSB Präsident Michael Stöttinger und Gastgeber Oberbank: wir erlebten ein vorbildlich organisiertes und abgewickeltes Turnier. Dankeschön!